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Der Klimawandel - einer der größten Herausforderungen der Menschheit

Was ist der Klimawandel?

Das Klima der Erde blieb nie gleich, es unterlag einem ständigen Wandel. Dieser äußerte sich in Veränderungen der durchschnittlichen Temperatur über einen längeren Zeitraum hinweg. Gemessen wird diese anhand der durchschnittlichen Temperatur der Erde, da sich daraus bereits sehr viele Rückschlüsse schließen lassen – insbesondere auf Zeiten, in denen Menschen noch nicht existierten oder keine Dokumente hinterlassen konnten. Es gab beispielsweise Eiszeiten, manchmal sorgte aber auch ein Vulkanausbruch oder der Einschlag eines größeren Fremdkörpers aus dem Weltall für Anstiege der Temperatur. Klimawandel sorgen dafür, dass Arten aussterben und neue entstehen: Die wohl wichtigsten Veränderung für das Bild der Erde war das Aussterben der großen Dinosaurierarten. Der Mensch und seine moderne Lebensweise können sich allerdings auch auf das Klima auswirken – man spricht in diesem Zusammenhang vom anthropogenen Klimawandel oder von der globalen Erwärmung.

Wodurch entsteht das Klima?

Am Klima, also an den natürlichen Lebensbedingungen auf der Erde, sind viele Faktoren beteiligt. Die Strahlen der Sonne treffen zunächst auf die Erde und durchdringen die Ozonschicht, wenn sie kurzwellig sind. Sie erwärmen die Erdoberfläche und das Wasser, werden reflektiert und wieder abgegeben. Die Ozonschicht hält nur einige Strahlen in der Erdatmosphäre gefangen, andere entweichen wieder. Dadurch entsteht eine mehr oder weniger konstante Durchschnittstemperatur auf der Erde. Die Ozonschicht besteht aus Gasen, die nur in minimaler Menge dort enthalten sind und dafür sorgen, dass der Planet wärmer ist, als er ohne sie wäre, sodass das Leben überhaupt möglich ist. Verändert wird das Klima durch Faktoren auf der Erde, beispielsweise durch Vulkanausbrüche, Abholzung der Wälder, den Kontinentaldrift oder andere menschliche Verhaltensweisen. Viele Einflüsse werden noch erforscht und ihre genaue Auswirkung auf das Klima der Erde ist noch lange nicht bekannt.

Der anthropogene Klimawandel

Der Mensch ist zumindest zu einem gewissen Anteil am aktuellen Klimawandel beteiligt. An der rapiden Erwärmung und auch dem Ansteigen der Meerestemperatur.Diese Veränderung wird seit dem beginnenden 20. Jahrhundert gemessen. Der primäre Grund für diese Erwärmung ist laut Fachliteratur der sogenannte „Treibhauseffekt“. Dieser Effekt ist es, der die Sonnenenergie herein, aber nicht vollständig wieder herauslässt und für ein konstantes Klima sorgen soll. Treibhausgase sind an sich ein natürlicher Bestandteil der Erdatmosphäre. Seit der industriellen Revolution produziert der Mensch allerdings eine ganze Menge zusätzliche Treibhausgase, die sich ebenfalls in der Atmosphäre wiederfinden. Diese Gase erzeugen normalerweise ein thermisches Gleichgewicht, was das Absorbieren oder Abstrahlen der Sonnenstrahlen angeht. Durch ein Ansteigen der Treibhausgase erwärmt sich unsere Atmosphäre allerdings schneller und führt zu einer Temperaturveränderung. Besonders die Verbrennung fossiler Rohstoffe soll diesen Effekt sehr beschleunigen.

Zu den Theorien, die sich im Zusammenhang mit der Erderwärmung als falsch oder nur teilweise richtig herausgestellt haben, gehören das Ozonloch und die Abwärme. Nahm man zum Beispiel noch vor einigen Jahren an, das Ozonloch würde zur Erwärmung der Erdoberfläche beitragen, wurde dies nun widerrufen. Ganz im Gegenteil, denn die Prozesse rund um das Ozonloch sorgen für eine Abkühlung.Auch die Aktivität der Sonne gehört mittlerweile nicht mehr zu den „Hauptverdächtigen“ im Prozess des Klimawandels. Zwar nimmt die Aktivität der Sonne Einfluss auf das Klima auf der Erde, dieser ist aber viel zu gering, um sich in einer globalen Erwärmung zu manifestieren oder einen riesigen Unterschied zu machen. Auch bei der Abwärme handelt es sich um einen Vorgang, der zwar das Klima beeinflusst, aber nicht maßgeblich. Abwärme entsteht bei beinahe allen Prozessen und trägt trotzdem nur etwas 1% zur globalen Erwärmung bei, kann also vernachlässigt werden. Insgesamt ist es der Treibhauseffekt, der am meisten zu dieser globalen Veränderung beträgt und der auch Gegenstand heftiger Diskussionen zum Thema Klimaschutz ist. Nach aktuellem Forschungsstand ist dieser Effekt der Grund, warum sich das globale Klima erwärmt.

Die globale Erwärmung, die liegt in der Verantwortung des Menschen und seines Umgangs mit der Natur begründet. Genauso, wie der Mensch einen Klimawandel auslösen kann, könnte er vermutlich auch die Folgen eindämmen, indem er auf umweltfreundliche Lösungen achtet – doch das ist noch Bereich der Forschung und zum Teil Spekulation.

Klimawandel – ein natürlicher Zyklus?

Vor vielen Eiszeiten wurde ein temporärer Anstieg der Temperatur beobachtet. Diese waren natürlich nicht so schwer wie jetzt, denn damals gab es noch keine Menschen oder sie konnten sich nicht so verheerend auf die Umwelt auswirken. Fest steht jedoch, dass es Klimawandel schon immer gegeben hat und auch weiterhin geben wird, der Mensch kann daran nichts verändern. Natürliche Ereignisse können immer wieder einen Klimawandel entstehen lassen, sodass auch der jetzige Wandel der klimatischen Verhältnisse zum Teil natürlicher Herkunft sein könnte. Ob der Mensch sich nun noch stärker auf die Erwärmung der Erde auswirkt oder seine Tätigkeiten einschränkt, einen Klimawandel wird es auch ohne seine Einwirkung wieder geben – spätestens dann, wenn sich die nächste Eiszeit mit Sicherheit ankündigt.

Veränderungen des Klimas auf der Erde gab es schon immer. Ein besseres Verständnis der natürlichen Faktoren kann auch zu einem besseren Verstehen der menschlichen Einflüsse führen, und dabei helfen, die richtigen Maßnahmen gegen eine zu drastische Veränderung des Klimas zu finden. Einer der wichtigsten Gründe für die Veränderung des Klimas auf lange Sicht ist die Veränderung der Neigung der Erdachse und der Umlaufbahn um die Sonne. Von Physikern beobachtet und berechnet erklären diese Phänomene beispielsweise einen des drastischsten und immer wiederkehrenden Faktors der Klimaveränderung, nämlich das Entstehen von Eis- und Warmzeiten. Die Sonne, die zwar aufgrund ihrer modernen Aktivität wenig zum Klimawandel beiträgt, war in der Vergangenheit nicht immer so „ruhig“, wie sie es heute ist. Starke Sonnenwinde, Sonnenflecken und andere Ereignisse führten auch zu verändertem Wettergeschehen auf der Erde und so auch zu Veränderungen im Klima.

Kontinentaldrift: Einer der bedeutendsten natürlichen Einflüsse für das Klima ist allerdings die Kontinentaldrift. Die ständige Verschiebung der Kontinente sorgt gerade über lange Zeiträume gesehen zu riesigen Veränderungen in Wetter, Klimageschehen und Eigenschaften von bestimmten Lebensräumen. Auch bei diesen Vorgängen spielt die Sonne eine große Rolle. Durch die Kontinentaldrift brechen beispielsweise an den Polen große Mengen an Eis auf und schmelzen. Eis reflektiert eine größere Anzahl an Sonnenstrahlen und trägt außerdem zur Kühlung der Atmosphäre an den Polen bei. Verringert sich die vorhandene Menge, führt auch dies mit der Zeit zu einer Erwärmung des Klimas. Auch die vulkanische Aktivität führt zu oft drastischen Wetter- und Klimaveränderungen. Bei aktiven Vulkanen (selbst wenn sie nicht ausbrechen) werden große Mengen an kleinen Partikeln (Aerosole) in die Atmosphäre geschleudert, die die Intensität der Sonneneinstrahlung und damit auch die Temperatur auf der Erde erhöhen oder verringern können. Auch Wetterveränderungen wie zyklisch auftretende Stürme oder sich verändernde Meeresströmungen werden oft nicht vom Menschen beeinflusst und sorgen für eine natürliche Veränderung des Klimas. Und auch der Mond, der mit den Gezeiten Einfluss auf den Meeresspiegel nimmt, darf als Faktor eines sich verändernden Klimas nicht vernachlässigt werden.

Chronologische Abfolge von wichtigen Ereignissen in der Geschichte des Klimawandels

1800 -1870
Der Gehalt an Kohlendioxid (CO2) in der Atmosphäre beträgt etwa 290 ppm (parts per million). Dieser Wert konnte durch Eiskernmessungen im Nachhinein bestimmt werden. Die globale Mitteltemperatur (1850-1870) ist etwa 13.6°C. Erste industrielle Revolution. Kohle, Eisenbahnbau und Abholzung verstärken die Emission von Treibhausgasen, während Fortschritte in der Landwirtschaft und Gesundheitspflege die Bevölkerungszahlen ansteigen lassen. 1859 Tyndall entdeckt, dass bestimmte Gase die Abstrahlung der Erde im Infrarotbereich behindern. Er weist darauf hin, dass eine Konzentrationsänderung dieser Gase in der Atmosphäre einen Klimawandel bewirken könnte.

1870 -1959
Zweite industrielle Revolution. Der Vormarsch von Düngemitteln und anderen Chemikalien, der Elektrizität und der öffentlichen Gesundheitspflege beschleunigt das Wachstum weiter. Zwischen 1920 und 1925 entsteht durch die Nutzung der Ölfelder in Texas und in der Region des persischen Golfs eröffnet eine Ära der billigen Energie. Zu Beginn der 1930er Jahre wird über einen Trend zur globalen Erwärmung seit dem späten 19. Jahrhundert berichtet. Milankovitch zieht Änderungen in der Erdumlaufbahn als Ursache für die Eiszeiten heran. 1938 Callendar argumentiert, dass die Erderwärmung aufgrund des Treibhauseffektes von CO2 bereits begonnen hat. Dies facht die Diskussionen um dieses Thema wieder an. Im Jahr 1957 startet der sowietische Satellit Sputnik. Unter dem Einfluss des Kalten Krieges wird 1957-58 das Internationale Geophysikalische Jahr gefördert, was den Klimawissenschaften neue finanzielle Mittel und eine gewisse Strukturierung bringt. Revelle findet heraus, dass das menschengemachte CO2 nicht einfach durch die Ozeane aufgenommen wird.

1960 - 1980
Im Jahr 1960 misst Keeling den CO2-Gehalt in der Erdatmosphäre genau und stellt einen jährlichen Zuwachs fest. Der Gehalt an CO2 ist jetzt 315 ppm. Die globale Mitteltemperatur ist 13.9°C (5-Jahresmittel). 1965 findet die Konferenz über die Ursachen des Klimawandels in Boulder, Colorado, USA statt. Lorenz und andere weisen darauf hin, dass das Klimasystem einen chaotischen Charakter hat und dass plötzliche Veränderungen durchaus möglich sind. 1968 warnen Studien vor dem möglichen Zusammenbruch von antarktischen Eisschilden. Dieses hätte einen katastrophalen Anstieg des Meeresspiegels zur Folge. 1971 In der SMIC Konferenz (Study on Man’s Impact on Climate) berichten  führende Forscher zum einen über die Gefahr eines schnellen und gefährlichen globalen Klimawandels aufgrund von menschlichen Aktivitäten und fordert zum anderen organisierte Forschungsvorhaben dazu.

Ausgedehnte Trockenperioden seit 1972 verstärken die Sorgen um das Klima. Die Warnungen über die Umweltfolgen von Flugzeugen führen im Jahr 1975 dazu, dass Untersuchungen über Spurengase in der Stratosphäre angestellt werden und die Gefährdung der Ozonschicht entdeckt wird. Manabe und andere Mitstreiter erstellen komplexe plausible Computermodelle, die berechnen, dass die Temperatur um einige Grad ansteigt, wenn der CO2-Gehalt der Atmosphäre verdoppelt wird.

1976 zeigen Studien, dass FCKWs (1975) und auch Methan und Ozon (1976) entscheidend zum Treibhauseffekt beitragen.Tiefseebohrkerne zeigen den starken Einfluss des 100.000-jährigen Milankovitch-Zyklus, der die Änderungen in der Erdumlaufbahn beschreibt Abholzung der Wälder und andere Eingriffe in das Ökosystem werden als wichtige Faktoren des Klimawandels identifiziert. 1979 erlebt die Welt die zweite ‘Öl-Energiekrise’. Durch die gestärkte Umweltbewegung werden erneuerbare Energiequellen gefördert, Nuklearenergie eher gehemmt. Der Report der „US National Academy of Sciences“ schätzt es als absolut glaubwürdig ein, dass eine Verdopplung des CO2-Gehalts eine globale Erwärmung um 1.5-4.5°C mit sich bringt. Das Weltklimaforschungsprogramm (World Climate Research Programme, WCRP) wird aufgesetzt, um die internationale Forschung zu koordinieren.

1981 – 1990
Die Wahl von Reagan zum US-amerikanischen Präsidenten 1981 bringt einen Rückschlag in der Umweltbewegung mit sich. Politischer Konservatismus ist verbunden mit der Skepsis gegenüber der globalen Erwärmung. Einige Forscher sagen voraus, dass man das Klimaerwärmungssignal um das Jahr 2000 bereits beobachten werden kann. Im Jahr 1982 belegen Eisbohrkerne aus Grönland drastische Temperaturschwankungen in der fernen Vergangenheit in Zeiträumen von nur einem Jahrhundert.

Es wird eine starke globale Erwärmung seit Mitte der 1970er Jahre beobachtet, wobei 1981 das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen ist. Ramanathan und Mitstreiter geben 1985 bekannt, dass aufgrund der Zunahme von Methan und anderen Treibhausgasen die globale Erwärmung möglicherweise doppelt so schnell wie erwartet eintreten kann.Bei der Villach Konferenz im Jahr 1985 wird unter den Experten Übereinstimmung darüber erzielt, dass eine gewisse globale Erwärmung nicht mehr zu verhindern ist. Es erfolgt ein Aufruf an die Regierungen, internationale Abmachungen zu treffen, um die Emissionen zu reduzieren.Broecker spekuliert, das ein Umbruch der nordatlantischen Ozeanströmungen einen schnellen und radikalen Klimawandel nach sich ziehen kann. Das Montreal-Protokoll der Wiener Konvention von 1987 belegt die Emission von ozonzerstörenden Gasen mit internationalen Beschränkungen. Auch in der Toronto Konferenz 1988 werden strenge und spezifische Grenzwerte für die Treibhausgasemissionen gefordert. Die Premierministerin von Großbritannien, Thatcher, ruft als erste Staatschefin zum Handeln auf.

Die US amerikanische fossile Brennstoffindustrie und andere Industriezweige schließen sich im Jahr 1989  zur „Global Climate Coalition“ zusammen, mit dem Zweck den Politikern und der Öffentlichkeit zu erklären, dass die Ergebnisse der Klimaforschung bisher zu unsicher sind, um konkrete Klimaschutz-Maßnahmen zu rechtfertigen. Der erste IPCC Bericht im Jahr 1990 kommt zu dem Schluss, dass sich die Erde bereits erwärmt hat und dass eine weitere Erwärmung in der Zukunft wahrscheinlich ist.

1991 – 2000
Im Jahr 1991 bricht der Vulkan Mt. Pinatubo aus. Hansen sagt aufgrund des Aerosoleffekts eine Abkühlung voraus. Dies wird 1995 mit Hilfe von Computermodellen nachgewiesen. Sogenannte Klimaskeptiker behaupten, dass die Temperaturänderungen im 20. Jahrhundert auf solare Einflüsse zurückzuführen seien. (Die Korrelation zwischen Sonnenintensität und Klimaänderung tritt jedoch in der nächsten Dekade nicht mehr auf) Studien aus Daten von vor über 55 Millionen Jahren zeigen, dass Eruptionen von Methan aus dem Ozeanboden mit einer enormen selbstverstärkenden Erwärmung möglich sind.

Auf der Konferenz in Rio de Janeiro im Jahr 1992 wird die UN Rahmenkonvention zum Klimawandel verabschiedet. Die USA blocken jedoch die Aufrufe zu konkretem Handeln. Beobachtungen des vergangenen Klimas legen dar, dass die Klimasensitivität in der Vergangenheit in der gleichen Größenordnung liegt, wie sie von unabhängigen Modellen simuliert wird.Der zweite IPCC Bericht 1995 stellt eine ‘Signatur’ des menschengemachten Treibhauseffektes und der Erderwärmung fest. Für das kommende Jahrhundert wird eine starke Erwärmung als wahrscheinlich angesehen. Es werden Berichte über das Aufbrechen des antarktischen Schelfeises und andere Zeichen der derzeitigen Erwärmung in den Polarregionen bekannt. Die internationale Konferenz verabschiedet im Jahr 1997 das Kyoto Protokol. Dies setzt Ziele zur Reduktion der Treibhausgasemissionen fest - unter der Bedingung, dass ausreichend viele Nationen die Verträge unterschreiben.

Der “Super El Niño" verursacht 1998 Wetterkatastrophen und das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen (was in den Jahren 2005 und 2007 etwa wieder erreicht wird). Die ‘Global Climate Coalition’ löst sich im Jahr 2000 auf, da viele Teilnehmer sich mit der drohenden Erwärmung auseinandersetzen. Die Öl-Lobby überzeugt jedoch die US Administration davon, das Problem zu bestreiten. Diverse Studien unterstreichen die Variabilität und die Bedeutung von biologischen Rückkopplungsmechanismen im Kohlenstoffkreislauf, die für die beschleunigte Erwärmung verantwortlich sind.

2001 – 2010
Der dritte IPCC Bericht 2001 sagt schlicht aus, dass die globale Erwärmung, die seit der letzten Eiszeit beispiellos ist, „sehr wahrscheinlich“ ist - mit möglichen schwerwiegenden Überraschungen. Dies stellt das eigentliche Ende der Debatte mit allen Forschern dar, mit Ausnahme einiger weniger. Auf dem Treffen in Bonn, unter Mitwirkung der meisten Länder außer den USA, werden Mechanismen entwickelt, wie die Kyoto Ziele erreicht werden können.Das ‘National Academy Panel’ sieht einen „Paradigmenwechsel“ in der wissenschaftlichen Wahrnehmung des Risikos eines abrupten Klimawandels (auf dekadischer Skala).

Die Erwärmung von Ozeanbecken wird beobachtet. Ein Vergleich mit Computermodellen zeigt ein klares Signal der Erwärmung aufgrund des Treibhauseffektes. Im Jahr 2003 lassen zahlreiche Beobachtungen die Befürchtung aufkommen, dass das Abschmelzen der Eisdecken (West Antartkis und Grönland) den Meeresspiegel schneller ansteigen lässt als viele zuvor gedacht hatten.  Die sommerliche Hitzewelle mit vielen Toten in Europa verstärkt das Auseinanderdriften der Wahrnehmung des Klimawandels in der europäischen und US-amerikanischen öffentlichen Meinung. In der kontroversen Diskussion 2004 über die Temperaturdaten aus dem letzten Jahrtausend ziehen die meisten den Schluss, dass die vergangene Variabilität nicht mit der Erwärmung vergleichbar ist, die nach 1980 stattgefunden hat.

Der Kyoto Vertrag tritt im Jahr 2005 in Kraft und wird von den Hauptindustrienationen außer den USA unterzeichnet. Anstrengungen, den CO2-Ausstoss zu vermindern, werden in Japan, West Europa und US-amerikanischen Ländervertretungen und Vereinigungen verstärkt.Der Hurrikane Katrina und andere schwere tropische Stürme regen die Diskussion darüber an, ob die globale Erwärmung einen Einfluss auf die Intensität der Stürme hat.

Der 4. IPCC Bericht 2007 warnt davor, dass schwerwiegende Folgen der Erderwärmung bereits sichtbar sind. Die Kosten, die CO2-Emissionen zu reduzieren, seien deutlich geringer als der Schaden, den sie anrichteten.Grönländische und antarktische Eisschilde sowie das Meereis des arktischen Ozeans schmelzen schneller als erwartet.

Viele Experten warnen im Jahr 2009 davor, dass die globale Erwärmung schneller und gefährlicher ist als man noch vor wenigen Jahren dachte. Der CO2-Gehalt in der Atmosphäre erreicht 385 ppm. Die globale Mitteltemperatur (5-Jahres-Mittel) liegt bei 14.5°C. Dies ist die wärmste in hunderten, vielleicht sogar tausenden von Jahren.

2010 – 2015
Der Mai war 2010 in Deutschland ungewöhnlich kühl, die Durchschnittstemperatur mit bundesweit 10,5 °C die niedrigste seit 1991. Na bitte, was soll denn das Gerede von Klimawandel und Erderwärmung? Doch Klima ist etwas anderes als Wetter. Wenn beispielsweise der Mai eines Jahr in Deutschland zu kühl ist, dann gilt das noch längst nicht für die durchschnittliche globale Temperatur, auch Erdmitteltemperatur genannt – tatsächlich war der erwähnte Mai 2010 global gesehen viel zu warm und das gesamte Jahr 2010 ein Rekordjahr in der Erderwärmung.

Im Jahr 2011 hat eine groß angelegte Untersuchung durch eine Forschungsgruppe unter Richard Muller, Physikprofessor an der Universität Berkeley und selbst nach eigenem Bekunden “milder Skeptiker”, bei der 1,6 Milliarden Temperaturmessungen aus 15 Datenbanken mit einer ganz neuen Methode ausgewertet wurden, die bekannten Ergebnisse bestätigt: In den letzten 60 Jahren ist die Erde um 0,9 °C wärmer geworden. Die Kritik an den bisher verwendeten Methoden zur Temperaturerfassung ist nach Ansicht der Autoren nicht gerechtfertigt - die Erde wird tatsächlich wärmer.

Wie konnten dann "Klimaskeptiker" wie Fritz Vahrenholt (Mitautor des Buchs "Die kalte Sonne") dennoch lange davon reden, dass die "Erderwärmung seit über 10 Jahren zum Stillstand gekommen ist" (3)? Sie haben ignoriert, dass die mittlere Jahrestemperatur aufgrund natürlicher Faktoren um plus/minus 0,2 °C schwankt (wie jeder weiß - es gibt kalte und warme Jahre), und die Temperatur der "kalten" Jahre 2011, 2012 und 2013 mit der Temperatur mit 1998 verglichen – und so "gezeigt", dass es nicht mehr wärmer geworden sei (1998 war aufgrund eines starken >> El-Niño-Ereignisses ein ungewöhnlich heißes Jahr und ist noch heute das fünftwärmste Jahr seit Beginn der Temperaturmessungen). Solche Schwankungen gleichen sich aber langfristig aus, und ohne die Schwankungen war der Trend zur Erderwärmung auch 2012 ungebrochen

Das Jahr 2014 war das wärmste, das es seit Beginn der Klimaaufzeichnungen im Jahr 1880 auf der Erde gab. Dies gaben Wissenschaftler der US-Raumfahrtbehörde Nasa und der Nationalen Ozean- und Atmosphärenverwaltung (NOAA) bei einer gemeinsamen Pressekonferenz bekannt. Zwar übertraf es das bisherige Rekordjahr 2010 nur knapp, doch nun steht fest, dass die zehn wärmsten Jahre mit Ausnahme von 1998 alle in der Periode ab 2000 liegen. Von den fünf wärmsten je gemessenen Jahren liegen vier bereits im 21. Jahrhundert. 2014, 2010, 2005, 2013 und 1998 waren die bisher wärmsten Jahre der Messreihe, gefolgt von den Jahren 2003, 2002, 2006, 2007, 2004, 2001 und 2008.

Für die Nasa analysierten Experten des Goddard Institute of Space Studies (GISS) die Messreihen der globalen Oberflächentemperatur. „2014 ist das letzte Jahr in einer Reihe warmer Jahrzehnte“, konstatiert GISS-Direktor Gavin Schmidt. „Zwar können chaotische Wetterereignisse die Reihenfolge individueller Jahre beeinflussen, doch der Langzeit-Trend lässt sich klar einem Antrieb des Klimasystems zuordnen, der von den Treibhausgas-Emissionen durch den Menschen bestimmt wird.“In einer unabhängigen Untersuchung mit einer etwas anderen statistischen Auswertung kamen NOAA-Klimatologen zum gleichen Ergebnis. Seit Aufzeichnungsbeginn stieg die Erdtemperatur um 0,8 Grad Celsius, wobei sich die Erwärmung in den vergangenen drei Jahrzehnten am schnellsten vollzog.

Die globale Durchschnittstemperatur könnte 2015 erstmals mehr als ein Grad über der in vorindustriellen Zeiten liegen, sagen Meteorologen. Sie sprechen davon, dass die globale Erwärmung ertmals seit Zeiten vor der Industrialisierung könnte die magische Ein-Grad-Marke knacken könnte. Genauer gesagt: Die globale Durchschnittstemperatur der Luft und der Meere könnte für 2015 mehr als ein Grad Celsius über den Temperaturen liegen, die herrschten, als es noch keine Fabrik- und Verkehrsabgase gab und weite Teile der natürlichen Kohlenstoffspeicher noch erhalten waren. Das berichtet der britische Wetterdienst Met Office in einer Pressemitteilung. Dessen Prognose errechnet sich aus den weltweiten Temperatur-Aufzeichnungen des laufenden Jahres – von Januar bis September. Solche Daten werden dort regelmäßig in Kooperation mit der Universität von East Anglia erfasst und veröffentlicht. Eine aktuelle wissenschaftliche Studie liegt der neuen Zahl nicht zu Grunde. Sie ist das Ergebnis einer Auswertung von Wetterdaten, wie sie seit Jahren von Meteorologen durchgeführt werden. Das ist gut, denn solche Daten werden mit Thermometern gemessen, nicht in Computermodellen errechnet. Nur die Aussichten für das letzte Quartal sind eine Hochrechnung. Wer genau liest, findet in der Pressemitteilung auch den wichtigen Hinweis darauf, dass die Forscher vom Met Office zwar einen Wert von 1,02 Grad Celsius angeben, aber einen Unsicherheitsfaktor von +/- 0,11 Grad Celsius einplanen. Sie rechnen also mit einer Erhöhung der globalen Durchschnittstemperatur am Ende des Jahres, die irgendwo zwischen 0,91 und 1,13 Grad liegen könnte. Es ist sogar ziemlich wahrscheinlich, dass die britischen Meteorologen mit ihrer Vorhersage Recht behalten. Denn 2015 ist ein El-Niño-Jahr – und die sind meist wärmer als andere. Die globale Erwärmung selbst kann dieses Wetterphänomen sogar noch verstärken (Nature Climate Change, Cai et al., 2015). El Niño sei derzeit im tropischen Pazifik stark ausgeprägt und werde sich bis Ende des Jahres weiter auf die globale Temperatur auswirken, sagte Stephen Belcher, Direktor des Klimaforschungszentrums (Hadley Centre), das dem britischen Wetterdienst angeschlossen ist.  

Globaler Klimawandel

Im Wesentlichen sind zwei Faktoren für den Klimawandel verantwortlich sind: Die übermäßige Nutzung der natürlichen Ressourcen auf der einen Seite, die hohe Umweltbelastung durch den Menschen aufgrund von Schadstoffen und Abgasen dem gegenüberstehend. Klimaforscher sind sich darüber einig, dass die Veränderungen auf beschriebene menschliche Einflussfaktoren (anthropogene Klimaveränderung) zurückgehen. Da es keinen Bereich auf der Erde gibt, der von dieser anthropogenen Veränderung nicht betroffen ist, wird der Wandel auch als global bezeichnet.

Klimawandel Folgen

Der infolge der Erderwärmung zu erwartende Klimawandel wird Auswirkungen auf die verschiedensten Bereiche haben. Im Einzelnen sind diese Folgen schwer vorhersagbar, weil die Natur ein außerordentlich komplexes System ist und die weiteren Entwicklungen auch vom Verhalten des Menschen mitbestimmt werden. Inwieweit die Menschheit auf den Klimawandel reagieren wird, ist aber schwer absehbar. Einige Veränderungen gelten jedoch als sehr wahrscheinlich und zeigen sich zum Teil schon heute. Beispiele sind unter anderem ein messbarer Anstieg des Meeresspiegels, ein Abschmelzen der Gletscher sowie eine weltweit geringere Schneebedeckung.

Die Prognosen für den Anstieg des Meeresspiegels, der aktuell bei drei Zentimetern in zehn Jahren liegt, schwanken für das Jahr 2100 zwischen 20 Zentimetern und zwei Metern. Je höher dieser Anstieg ausfällt, umso katastrophaler wären die Auswirkungen für küstennahe, tief liegende Gebiete. Ein hoher Anstieg könnte den Untergang ganzer Städte oder sogar Staaten, wie zum Beispiel den Malediven, zur Folge haben. Die Ausmaße der künftigen Überschwemmungen könnten durch die Erhöhung von Deichen nur begrenzt abgemildert werden.

Die Gefahr von Überschwemmungen wird auch dadurch erhöht, dass mit dem Anstieg der Durchschnittstemperatur die Luftfeuchtigkeit zunehmen und damit die Niederschlagsmenge ansteigen wird. Die regionale Verteilung der Niederschläge wird jedoch höchst unterschiedlich ausfallen, so dass für viele Regionen kräftigere Niederschläge in Form von Starkregen, für andere wiederum lang anhaltende Dürreperioden wahrscheinlich sind. Die Heftigkeit tropischer Wirbelstürme wird zunehmen.

Die Ozeane werden durch die zunehmende Aufnahme von Kohlendioxid aus der Atmosphäre immer mehr versauern, was insbesondere für die Korallen eine Gefahr darstellt, die für das natürliche Gleichgewicht der Ozeane eine entscheidende Rolle spielen. Auch diese Veränderung kann katastrophale Ereignisse mit sich bringen, die heute noch kaum vorhersehbar sind. Für die Landwirtschaft werden sowohl die ansteigenden Temperaturen als auch die stärker werdenden Niederschläge Veränderungen mit sich bringen. Inwieweit sich diese auswirken, ist bisher nicht geklärt. Es überwiegen die Vorhersagen, die eine weltweite Abnahme der Produktivität prognostizieren. Die Effekte der Populationsveränderungen von Schädlingen sind dabei schwer einzuschätzen.

Der Klimawandel wird aller Wahrscheinlichkeit nach auch die Gesundheit der Menschen beeinträchtigen. In erster Linie werden Krankheitserreger, die durch die klimatischen Veränderungen wohl häufiger auftreten werden, dafür verantwortlich sein. Die Zahl der Toten durch Hitzewellen wird voraussichtlich zunehmen – andererseits werden weniger Kältetote zu registrieren sein.

Auch erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen sind zu befürchten, zum Beispiel durch Ernteausfälle oder durch Überflutungen. Auf Versicherungen, die aufgrund von Naturkatastrophen immer mehr in Anspruch genommen werden, können große finanzielle Belastungen zukommen. Politische Krisen globalen Ausmaßes sind ebenfalls wahrscheinlich. Viele politische Beobachter warnen sogar vor einer Gefahr für den Weltfrieden, die vom Klimawandel ausgehen kann.

Ein gutes Beispiel für die unabsehbaren Folgen des Klimawandels ist der mögliche Abbruch des Golfstroms. Der Golfstrom ist Ursache dafür, dass in Europa ein gemäßigtes Klima herrscht, obwohl der Kontinent relativ weit nördlich liegt. Das Vorhandensein des Golfstroms wird auch durch den Salzgehalt des Wassers bestimmt. Durch das Abschmelzen der Gletscher und die daraus folgende Veränderung des Salzgehalts des Atlantiks könnte diese Meeresströmung abrupt abbrechen. Für Europa würde dies eine deutliche Abkühlung mit sich bringen. Eine solche Entwicklung würde eine völlig neue Einschätzung der globalen Auswirkungen des Klimawandels notwendig machen.

Klimawandel in Deutschland

Die Auswirkungen des Klimawandels sind auch in Deutschland immer deutlicher zu spüren. Der Anstieg des Meeresspiegels, sowohl als auch Extremwetter hinterlassen ihre Spuren und macht es erforderlich, einerseits Maßnahmen zur Anpassung an die veränderte Situation zu treffen und andererseits den Klimawandel so weit wie möglich einzugrenzen.

Die Zeichen des Klimawandels
Auch wenn in nördlichen Breiten die Vorstellung grundlegender Veränderungen durch den Klimawandel eher verhalten wargenommen wird, ist langfristig auch die Lebensweise in Deutschland bedroht, zumal die Anzeichen für einen grundlegenden Klimawandel in den letzten 20 Jahren vermehrt spürbar sind, z.B. durch zunehmend extreme Wettersituationen wie Starkregen, Hagel und Stürme. Klimaforscher sehen voraus, dass sich diese klimatischen Erscheinungen auch in den nächsten Jahren weiter vermehren werden, was auch die Forscher des Potsdamer Instituts für Klimaforschung in vielen Untersuchungen bestätigt sehen. Den Forschern ist es gelungen, den Zusammenhang zwischen Extremwettersituationen und globaler Erwärmung durch physikalische Prinzipien zu erklären. Die Erwärmung der Atmosphäre hat zur Folge, dass die Luft mehr Feuchtigkeit enthalten kann. Das erklärt die erhöhte Niederschlagsmenge. Auch die Computersimulation bestätigt die Theorie, dass Extremwetter eine Folge der Erwärmung ist. Diese regionalen Wetterbedingungen unterliegen auch immer wieder örtlich begrenzten Einflüssen. Dabei kann es sich beispielsweise um ein Hochdruckgebiet handeln, oder auch um eine Meeresströmung, wie El Niño. Jedoch werden auch diese lokalen Wettersysteme von der globalen Erwärmung beeinflusst, so dass sie sich in Extremwetter verwandeln können.

Die Zukunft ist ungewiss
Die Bundesregierung hat eine Klimaprognose veröffentlicht, die für jede Region Deutschlands die Klimaentwicklung bis zum Jahr 2100 vorstellt. Beim erstellen dieser Klimaprognose gingen die Forscher des Hamburger Max-Planck-Instituts davon aus, dass die Emissionen von Treibhausgas nur allmählich abgebaut werden können. Die Studie gelangt zu dem Ergebnis, das der Klimawandel in Deutschland bis zum Ende des Jahrhunderts zu einschneidenden Veränderungen führen wird. Jedoch scheinen diese nicht so katastrophal zu werden, wie oft befürchtet wurde. Die Gefahren, mit denen Deutschland zu rechnen hat, werden in einigen Punkten zusammengefasst.

Eines der zu erwartenden Probleme besteht in einem Absinken des Grundwasserspiegels, der besonders den Südwesten des Landes betreffen wird. Auch eine erhöhte Waldbrandgefahr wird sich der Studie zu Folge bemerkbar machen. Diese wird ebenfalls im Besonderen Südwestdeutschland, aber auch Teile Norddeutschlands betreffen. In Süddeutschland werden die Temperaturen merklich ansteigen, was eine Zunahme von Krankheiten, die durch Hitze ausgelöst werden, nach sich ziehen wird. Aus diesem Grund kann im Sommer auch in Süddeutschland die Kühlung von Atomkraftwerken problematisch werden. Verstärkte Regenfälle im Herbst werden Überschwemmungen nach sich ziehen. Davon ist besonders die Elbe betroffen.

Jedoch erhofft man sich vom Klimawandel auch einige Vorteile. Die neuen klimatischen Bedingungen sollen höhere Ernteerträge und eine besonders ertragreiche Weinlese möglich machen. Während hitzebedingte Krankheiten zwar im Vormarsch sind, werden doch gleichzeitig die kältebedingten Krankheiten abnehmen. Nicht zuletzt erhofft sich Deutschland durch das wärmere Klima für diese Jahrhundert einen Tourismusboom, der besonders den Küstenregionen zu Gute kommen wird. Die Sommer werden besonders im Norden wärmer werden. Schon um das Jahr 2021 soll hier die Durchschnittstemperatur um rund ein Grad höher liegen, als das zur Zeit der Fall ist.

Gleichzeitig müssen sich die Küsten jedoch auf einen steigenden Meeresspiegel vorbereiten. Zu diesem Zeitpunkt werden sich auch die Wintertemperaturen in den Alpen erhöht haben und das um zwei Grad. Es wird vorhergesagt, dass bis zum Ende des Jahrhunderts unter der Grenze von 1500 Metern kaum noch Schnee fallen wird. Da gibt es natürlich zu bedenken, dass heute die meisten Skigebiete unter dieser Grenze liegen. Gleichzeitig ist es auch denkbar, dass die Bäume das ganze Jahr über Laub tragen werden. Somit wird der Klimawandel also in Deutschland viele Veränderungen mit sich bringen. Wer sich heute schon darauf einstellt, kann von einigen dieser Phänomene jedoch auch profitieren.

Wie kann der Klimawandel aufgehalten werden
Obwohl die Prognose des Hamburger Max-Planck-Instituts für die Auswirkungen des Klimawandels in Deutschland für dieses Jahrhundert nicht die schlimmsten Befürchtungen bestätigen, ist es dennoch offensichtlich, dass es nicht ausreichend ist, die Lebensbedingungen diesem Wandel anzupassen. Gleichzeitig müssen weltweit umfassende Maßnahmen eingeleitet werden, um der globalen Erwärmung und dem damit in Verbindung stehenden Klimawandel Einhalt zu gebieten. Dazu ist zunächst eine Stabilisierung und danach ein kontinuierlicher Abbau des Kohlendioxid Ausstoßes notwendig. Einer Studie US amerikanischer Wissenschaftler kann dieses Ziel am besten durch eine Kombination verschiedener Maßnahmen erreicht werden, die wie Keile in den Klimawandel getrieben werden. Dazu ist zunächst einmal eine gesteigerte Energieeffizienz nötig. Der durchschnittliche Verbrauch von Kraftstoff bei Pkws muss gesenkt werden und auch der Stromverbrauch in Haushalten und kommerziellen Einrichtungen sollte kontrolliert werden.

Die Nutzung nicht fossiler Energie kann ebenfalls einen großen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Verbrennt man beispielsweise Holz, so handelt es sich dabei um einen Prozess, der CO2 neutral ist, da die Kohlenstoff Menge, die bei der Verbrennung freigesetzt wird, in der Wachstumszeit des Baums schon produziert wurde. Die Nutzung von Wind- und Sonnenenergie kann bei diesem Prozess ebenfalls eine große Rolle spielen, genau wie die Nutzung von Ethanol. Brandrodung und das Abholzen von Wäldern sollte soweit wie möglich unterbunden werden. Gleichzeitig sollte Ackerland auf eine Weise bearbeitet werden, die den Boden schont. So kann der hier gespeicherte Kohlenstoff erhalten bleiben.

Somit ist es auch in Deutschland ratsam, die Methoden weiterhin zu fördern, die den Klimawandel vermeiden können. In der Praxis bedeutet das, dass die Menschen auf ihren Benzinverbrauch beim Autofahren, den Stromverbrauch in der Wohnung oder den geringeren Heizverbrauch achten sollten. Bei der Energiegewinnung selbst wird immer mehr auf erneuerbare Energien zurückgegriffen. Bei den erneuerbaren Energie ragen natürlich Energien, die die Umwelt und die Natur zur Verfügung stellt, heraus. Marktführend ist hierbei die Solarenergie, aber auch beispielsweise der Energiegewinnung durch Windkraftanlagen, kommt Stück für Stück eine immer größere Bedeutung zu.

Weiterhin wird der Ausbau von Nah- und Fernwärme gefördert, die mit Hilfe von Biomasse und Biogas erzeugt wird und nicht mit fossilen Brennstoffen. Das geht überein mit einem verbesserten Wärmeschutz, der sowohl im privaten Wohnbereich als auch in öffentlichen Gebäuden angestrebt wird. Dazu gibt es heute ein festes Regelwerk für Neubauten, Die sogenannten Energiesparhäuser tragen dazu bei, Heizenergie optimal zu nutzen. Altbauen können saniert werden, um diesen Effekt zu erzeugen. Solche Maßnahmen tragen in großem Maße zur Kontrolle des Klimawandels bei. Zusätzlich produzieren sie auch noch eine Reihe von weiteren Vorteilen für Deutschland. Konzentriert man sich auch weiterhin auf die Nutzung von erneuerbaren Energien, kann die Abhängigkeit von Ländern, aus denen heute Rohstoffe wie Rohöl eingeführt werden, begrenzt werden. Gleichzeitig wird auch die Luftverschmutzung eingedämmt, die heute für viele Krankheiten verantwortlich ist. Auf diese Weise können Umweltkatastrophen, die in der Zukunft drohen vermieden werden und es wird gleichzeitig eine gesündere Umwelt gefördert, die bessere Lebensbedingungen schaffen kann.

Politische Maßnahmen

Die Problematik, die im Zuge der globalen Erderwärmung entstanden ist, ließ die weltweite Politik keinesfalls unberührt. 1992 wurde erstmals anlässlich der Thematik eine internationale Konferenz in New York City einberufen. Die wohl bekannteste Klimakonferenz fand aber erst 5 Jahre später, in Kyoto statt. Ergebnis dieses Klimagipfels, war das Kyoto-Protokoll. Mit dem Unterzeichnen des Kyoto-Protokolls, verpflichteten sich sämtliche Industrienationen zur Einhaltung einer Maximalgrenze an Treibhausausstößen. Nachdem das Protokoll 2005 in Kraft trat, haben bis heute über 190 Länder die Protokolle unterzeichnet. Schwellen- und Entwicklungsländer, die für die großen Umweltbelastungen deutlich geringfügiger verantwortlich sind als die großen Industrienationen, mussten keine Reduktionsziele formulieren. Die Vereinten Nationen sind dafür verantwortlich, dass die Länder ihre Ziele einhalten und nicht von den Vereinbarungen abweichen. Man versucht sich gegenseitig so gut es geht zu kontrollieren und steht im regelmäßigen Austausch miteinander.

Der Mensch ist verantwortlich für die globale Erderwärmung. Die Auswirkungen betreffen neben der Umwelt auch die Menschen selbst. Bedroht sind Flächen, Meere, Tiere, Flora und Fauna. Um der Entwicklung gegenzusteuern haben, sollen die Staaten, aber auch ihre Bevölkerung auf Energieeffizienz und umweltschonende Produkte achten. Es bleibt abzuwarten, ob der Trend durch diese Maßnahmen gestoppt werden kann und eine Umkehr möglich ist, bevor die Auswirkungen der globalen Erderwärmung noch dramatischer werden, als sie ohnehin schon sind.

Einigung auf Klimaschutzabkommen - Staaten beschließen Weltklimavertrag

Es ist vollbracht: Die Teilnehmer des Weltklimagipfels in Paris haben sich am 12.12.2015 auf ein neues Klimaschutzabkommen geeinigt. Der als historisch bezeichnete Vertrag beteiligt erstmals fast alle Länder der Welt am Kampf gegen die Erderwärmung - anders als das Kyoto-Protokoll von 1997. Auf der UN-Klimakonferenz haben sich fast 200 Staaten auf ein Abkommen im Kampf gegen den Klimawandel geeinigt. Ohne dass Widerspruch erhoben wurde, konnte Frankreichs Außenminister Laurent Fabius als Konferenzvorsitzender die Entscheidung feststellen. "Ich sehe den Saal, die Reaktion ist positiv, ich höre keine Einwände", sagte er, bevor er die Einigung per Hammerschlag besiegelte.

Zuvor hatten Frankreichs Präsident François Hollande und UN-Generalsekretär Ban Ki Moon in Le Bourget eindringlich um ein Ja zu dem Vertrag geworben. "Dieses Abkommen wird ein großer Schritt für die Menschheit sein", sagte Hollande. "Es liegt jetzt an Ihnen zu entscheiden", rief er den Delegierten zu. "Nationalen Interessen wird dann am besten gedient, wenn alle im Interesse der internationalen Gemeinschaft handeln", hob Ban hervor. "Unsere Kinder würden uns nicht verstehen, noch würden sie uns vergeben", warnte auch Fabius vor einem Nein.

Die Delegierten feierten die Einigung stehend mit minutenlangem Applaus. "Das ist unser Erfolg, der Erfolg aller Staaten in diesem Prozess", jubelte die luxemburgische EU-Ratspräsidentschaft. Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach von einem "Zeichen der Hoffnung". Die deutsche Umweltministerium Barbara Hendricks sprach in der ARD von einem "historischen Moment", doch sei "Paris nicht das Ende, sondern der Anfang eines langen Weges". Im Gespräch mit den tagesthemen mahnte sie: "Wir müssen noch besser werden."

Mit dem Pakt, der am Abend nach zähen Verhandlungen angenommen wurde, soll die globale Erwärmung auf deutlich weniger als zwei Grad gemessen an der vorindustriellen Zeit begrenzt werden. Das Abkommen soll letztlich einen kompletten Umbau der weltweiten Energieversorgung und eine Abkehr von Kohle und Öl einleiten, um den Ausstoß der gefährlichen Treibhausgase zu drosseln.

Da die bislang vorliegenden nationalen Emissionsziele zum Erreichen dieser Ziele nicht ausreichen, sollen sie ab 2023 alle fünf Jahre überprüft werden. Laut einer ebenfalls beschlossenen ergänzenden Entschließung soll es zudem bereits 2018 eine erste informelle Bestandsaufnahme geben. In der zweiten Jahrhunderthälfte soll Emissionsneutralität bei Treibhausgasen erreicht werden.

Bis zuletzt war vor allem die Frage umstritten, wie die Klimapflichten zwischen Industriestaaten und ärmeren Ländern verteilt werden. Jetzt wird das Versprechen der Industriestaaten festgeschrieben, den Ländern des Südens jedes Jahr hundert Milliarden Dollar für Klimaschutz und Anpassung zur Verfügung zu stellen. Diese Summe solle der Basiswert für die Zeit ab 2020 sein, eine neue Zahl "wird spätestens 2025 festgelegt werden". Allerdings steht auch dies nur in der Entschließung. Im Vertragstext bekennen sich die Industriestaaten allgemein zu gegebenen Verpflichtungen. Hintergrund sind sonst drohende Ratifizierungsprobleme in den USA.

Warum hat diesmal funktioniert, was in Kopenhagen gescheitert ist? - Weil man diesmal auf freiwillige Angaben der Staaten gesetzt hat und weil die beiden weltgrößten Klimasünder China und USA mit im Boot sind - und das nicht nur aus gutem Willen, sondern aus kaltem wirtschaftlichem Kalkül. Investitionen in Energie aus Sonne, Wind und Wasser rechnen sich - mancherorts lässt sich damit mehr Geld verdienen als mit Öl.

Reaktionen auf das Weltklimaabkommen?

Umweltverbände beurteilten den Vertrag fast einhellig positiv, riefen aber auch zu raschem Handeln auf, um die darin definierten Ziele zu erreichen. "Paris gibt der Welt Hoffnung" und sende ein klares Signal für die Abkehr von fossilen Brennstoffen, sagte der Greenpeace-Klimaexperte Martin Kaiser. Der politische Geschäftsführer der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch, Christoph Bals, erklärte: "Das Abkommen wird die Welt der Energie- und Klimapolitik verändern."

Der WWF Deutschland lobte das Abkommen gar als "Meisterstück der Klimadiplomatie". Die Präsidentin der Entwicklungsorganisation Brot für die Welt, Cornelia Füllkrug-Weitzel, warnte vor Schlupflöchern in der Vereinbarung und Untätigkeit. "Jetzt müssen sofort die Schnürschuhe angezogen werden, um in großen Schritten den in Paris immerhin vorgezeichneten Weg zur Minderung der Treibhausgase rasch zu betreten", forderte sie.

Lob kam auch aus der Wissenschaft: "Wenn dies umgesetzt wird, bedeutet das eine Senkung der Treibhausgas-emissionen auf Null in wenigen Jahrzehnten", erklärte der Leiter des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), Hans Joachim Schellnhuber. Sein Stellvertreter Ottmar Edenhofer bezeichnete das Abkommen als "Durchbruch". Nun hänge "das Schicksal der Erde" davon ab, wie schnell und wie umfassend die beschlossenen Maßnahmen umgesetzt würden.Was bringt das Abkommen von Paris?

Was bringt das Abkommen wirklich?

Die Veranstalter und Teilnehmer feiern sich selbst für einen "historischen Durchbruch" in der globalen Klimapolitik. Doch was bringt das Abkommen wirklich, ist es rechtlich bindend und wird es zurecht "historisch" genannt?Was bringt die Vereinbarung fürs Klima? - Zu wenig - jedenfalls am Anfang. Sie tritt in fünf Jahren in Kraft und schreibt vor, in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts einen Ausgleich zu schaffen zwischen dem Ausstoß von Treibhausgasen und dem, was die Erde aufnehmen kann. So viele Bäume kann aber niemand pflanzen. Faktisch heißt das also: Die Staaten müssen ihre Emissionen drastisch senken. Das Fernziel: Die Erderwärmung deutlich unter 2 Grad zu halten. Es steht sogar das Ziel 1,5 Grad drin - eine Forderung kleiner Inselstaaten- , aber dazu heißt es nur: Die Staaten sollen sich anstrengen, das zu erreichen.

Weil die bisher vorgelegten nationalen Klimaschutzpläne nicht ausreichen, wird in drei Jahren über Nachbesserungen geredet. Ab 2023 sollen die Staaten ihre Maßnahmen in regelmäßigen Abständen überprüfen.Ist die Paris-Vereinbarung rechtlich verbindlich? - Sie besteht aus einem rechtlich verbindlichen und einem nicht verbindlichen Teil - auch deshalb, weil der US-Präsident das Abkommen so am republikanisch bestimmten Senat vorbei in Kraft setzen kann. Ob rechtsverbindlich oder nicht - eine UN-Klimapolizei, die bei Verstößen in einem Land einmarschiert, gibt es ohnehin nicht. Fachleute gehen aber davon aus, dass keine Regierung gegen internationalen Druck und gegen den Widerstand ihrer Bürger und der Wirtschaft aus der Paris-Vereinbarung aussteigen wird.

Ist die Paris-Vereinbarung historisch? - Ein großes Wort, aber tatsächlich hat es noch kein Abkommen gegeben, das alle Staaten der Welt zum Klimaschutz verpflichtet. Das Kyoto-Protokoll von 1997 hat nur die Industriestaaten gebunden. Kanada ist ausgestiegen, große Klimasünder wie die USA und China waren nie dabei. Die Paris-Vereinbarung dreht den Prozess vom Kopf auf die Füße: Anstatt von oben ein Ziel zu verordnen, haben die Staaten im Vorfeld selbst festgelegt, was sie für den Klimaschutz tun wollen. Dann wurde zusammengerechnet, ein Strich darunter- und ein Vertrag daraus gemacht. Das ist, sehr vereinfacht gesagt, die Idee hinter dem Pariser Klima-Abkommen. Darauf muss die Weltgemeinschaft jetzt aufbauen - wenn es nach Wissenschaftlern und Umweltschützern geht so schnell wie möglich. 

Folgen des Klimaabkommens für die Industrienation Deutschland

Was ist konkret zu tun? - Aus der Nutzung von Kohle, Öl und Gas aussteigen, Windräder bauen, Solarpanels aufstellen, Geothermie und Wasserkraft nutzen. Ärmeren Ländern, die das nicht aus eigener Kraft schaffen, sollen die Industriestaaten helfen.Die Industriestaaten haben schon in Kopenhagen versprochen, ab 2020 jährlich 100 Milliarden Dollar bereitzustellen für den Klimaschutz in Entwicklungsländern. Ein Großteil der Summe ist zusammen. Die Paris-Vereinbarung ermuntert Schwellenländer, ebenfalls einen Beitrag zu leisten. Sie senken auch ihre Emissionen. Denn die Industriestaaten sind zwar Verursacher des Klimawandels und sollen die Hauptlast tragen. Aber große Schwellenländer haben längst ihr Wirtschaftswachstum und ihren Ausstoß klimaschädlicher Gase so gesteigert, dass die Erderwärmung ohne ihr Zutun nicht mehr in den Griff zu bekommen ist. Allerdings wollen diese Länder ihr Wachstum nicht durch zu strenge Vorgaben gefährden - daran ist 2009 der Kopenhagen-Gipfel gescheitert.

Zukunftsaussichten des Klimaschutzabkommens von Paris

Im Klimaschutzabkommen von Paris findet Hubertus Zdebel, MdB, Sprecher für den Atomausstieg der Fraktion DIE LINKE, viele wachsweiche Formulierungen und wenig belastbare Verpflichtungen.  „Die allgemeine Euphorie ist groß. Doch leider ist es mit dem am Wochenende verabschiedeten UN-Klimaschutzabkommen von Paris wieder nicht gelungen, über eine Absichtserklärung mit zum Teil wachsweichen Formulierungen hinauszugehen. Ferner steht zu befürchten, dass das Abkommen zum Einfallstor für den weltweiten Ausbau der Atomenergie werden wird“, kritisiert er in einem Interview mit dem WDR. „Als Resultate des Pariser Klimagipfels stehen aber immerhin handfeste Zielmarken, an denen die herrschende Politik von nun an zu messen ist und für deren Umsetzung wir weiter Druck machen werden.“

Zdebel weiter: „Zweifellos ist es sehr zu begrüßen, dass sich die Delegierten auf das ehrgeizige Ziel von 1,5 Grad Erderwärmung im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter einigen konnten. Die nationalen Beiträge zur Emissionsreduktion, die tatsächlich eingereicht wurden, sind jedoch absolut unzureichend und werden eine Erderwärmung von drei Grad nach sich ziehen. Die belastbare Umsetzung des Abkommens steht völlig in den Sternen und ein klares Bekenntnis zur globalen Energiewende und zur Dekarbonisierung mit Umstellung auf 100 % Erneuerbare Energien sucht man vergebens.

Stattdessen ist von dem langfristigen Ziel einer ‚emissionsneutralen‘ Weltwirtschaft die Rede. Der Abkommenstext lässt die Interpretation offen, dass Unternehmen und Konzerne sich die CO2-Neutralität durch Kompensationszahlungen erkaufen. Außerdem liefern die Vereinbarungen ein bedrohliches Einfallstor für den weiteren Ausbau der Atomenergie als vermeintlich CO2-neutrale Alternative zu Kohle, Öl und Gas. Daher vermisse ich das klare Bekenntnis zu einer globalen Energiewende mit 100% Erneuerbaren umso mehr. Allein auf dieser Grundlage ist ein wirksamer Klimaschutz möglich.

Auch in Deutschland muss erheblich nachgelegt werden, denn die von der Bundesregierung eingereichten Reduktionspläne laufen derzeit noch auf eine Erwärmung weit über dem 1,5-Grad-Ziel hinaus. Es ist wenig glaubwürdig, wenn Umweltministerin Hendricks einerseits die Ergebnisse von Paris begrüßt, auf der anderen Seite aber in Deutschland ein Frackingerlaubnisgesetz auf den Weg bringen will. Das klimaschädliche Fracking muss gänzlich verboten werden und auch der Ausstieg aus der klimaschädlichen Braunkohle muss weiter forciert werden.Eine wirkliche klimafreundliche Energiewende ist nur gegen die fossilen Energiekonzerne durchzusetzen. Ich halte es deshalb auch mit den tausenden Menschen, die zum Abschluss der Klimakonferenz in Paris demonstriert haben: „Ändern wir das System – nicht das Klima“

Das Klimaschutzabkommen von Paris wird richtig teuer

Die Studentin Luisa Rommen bewertet in der Internetplattform „hinterfragt.de“ das Klimaschutz-abkommen von Paris wie folgt: Logischerweise ist es sinnvoll, die Umwelt zu schützen. Und nachhaltiges Wirtschaften sind wir allein mit Blick auf die nächsten Generationen schuldig. Und deswegen ist es erst einmal per se zu begrüßen, dass sich die Welt zusammen an einen Tisch setzt und über Umweltschutz debattiert. Dabei spielt es auch keine wirkliche Rolle, ob die Motivation und die Beweggründe, die zu mehr Klima- und Umweltschutz führen sollen, ideologiegeleitet oder tatsächlich wissenschaftlich fundiert sind. Schlussendlich sagt uns der logische Menschenverstand, dass es bei dem Grad der heutzutage praktizierten Ressourcenausbeutung nicht mehr sehr lange dauern wird, bis es zu ernsthaften Ressourcenengpässen kommt. Oder wie bei spiegel.de berichtet wurde: „Die Menschheit lebt drastisch über ihre Verhältnisse: Wenn der Verbrauch an natürlichen Ressourcen so weitergehe, würden bereits im Jahr 2035 theoretisch zwei Planeten benötigt, um den weltweiten Bedarf an Nahrung, Energie und Fläche zu decken.“

Auf der anderen Seite gibt es aber auch Ressourcen, die so lebensnotwendig sind, dass man ihren Verbrauch nicht einfach so beliebig reduzieren kann. Neben Nahrung oder sauberen Trinkwasser ist hier vor allem Energie zu nennen. Denn kein Mensch sollte im Winter frieren, sich kein Essen mehr kochen dürfen oder aufgrund von zu hohen Energiepreisen vom sozialen Leben oder von Bildung ausgeschlossen werden. Aber genau dies droht uns nun systematisch. Denn die Beschlüsse auf der jüngsten Klimakonferenz in Paris werden durch ihr zunehmend systematisches Verbot von fossilen Brennstoffen zu einer enormen Preissteigerung von Energie führen. Schon heute kann dies gut in Deutschland beobachtet werden. Da die erneuerbaren Energien nicht wettbewerbsfähig sind, müssen sie massiv steuerlich respektive über den Strompreis gefördert werden, wodurch Deutschland schon heute, wie bei welt.de berichtet wurde, nach Dänemark die zweithöchsten Strompreise Europas aufweist.

Doch mag sich die „reiche Erste Welt“ dies noch leisten können, so kann heute schon gesagt werden, dass äquivalente Investitionen in alternative Energien von Ländern der „armen Dritten Welt“ nicht geleistet werden können. So wurde in einem Artikel bei deutsche-wirtschafts-nachrichten.de berichtet, dass „Energie zum einem globalen Luxusgut wird“. Und weiter heißt es: „Diejenigen, die es sich leisten können, werden es sich leisten – und sei es über den Umweg der steuerlichen Belastung der Bürger. 

Die Entwicklungsländer aber werden zu energiepolitischen Kolonien herabgestuft: Ihre einzige Chance besteht darin, dass sie über Kredite alternative Energie oder entsprechende Technologien teuer aus dem Westen einkaufen.“ Und somit ist nicht anderes erreicht, als die monetäre Abhängigkeit der Entwicklungsländer von den Industrieländern in einem weiteren Punkt dauerhaft zu manifestieren. Da helfen dann auch die geplanten 100 Milliarden Dollar Entwicklungshilfe pro Jahr nicht viel, über die bei spiegel.de berichtet wurde, wenn dieses Geld hauptsächlich dafür genutzt werden muss, teure Technologie bei westlichen Großkonzernen einzukaufen. Diese Gelder sind dann wohl eher als ein Subventionsprogramm für die westliche Industrie anzusehen.

Doch auch in Deutschland werden die Auswirkungen der jüngsten Abschlüsse zu spüren sein. Die Energiepreise werden auch hierzulande weiter steigen. Und schon heute führt die Stromsubvention, wie beispielsweise bei faz.net nachzulesen ist, zu so vielen Stromabstellungen bei Privatkunden wie nie zuvor. Konkret heißt es: „Immer mehr Verbrauchern wird zufolge wegen nicht bezahlter Rechnungen der Strom abgedreht. Als ein Grund für den Anstieg der Stromsperren gelten die steigenden Energiepreise wegen des Ausbaus der erneuerbaren Energien.“ Somit erscheinen die dystopischen Prognosen für unseren Gesamtplaneten, die im bereits angeführten Artikel bei deutsche-wirtschafts-nachrichten.de dargelegt werden, alles andere als unbegründet. Konkret wird hier gesagt: „Mag sein, dass [diese Einigung in Paris] den Öko-Eliten in der nördlichen Hemisphäre für die nächsten Wahlperioden ein gutes Gefühl gibt. Die Menschen in den armen Ländern werden weder für die Folgen des Klimawandels entschädigt, noch haben sie eine faire Perspektive auf bezahlbaren Wohlstand in ihrem Heimatland. Sie werden um ihre ‚Lebensbedingungen‘ noch härter kämpfen müssen. Und viele werden es trotz größter Anstrengung nicht schaffen. 30.12.2015 Achim Hemgenberg