Geschmackliche Erlebnisse

Erfreulicherweise steigt die Anzahl der Verbraucher, die genau wissen wollen, wie Lebensmittel produziert werden und woher sie kommen. Nahrungsmittel, die unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit, Vermeidung von Tierleid, hohem qualitativen Niveau sowie gesundheitlicher Zuträglichkeit hergestellt werden, liegen voll im Trend. Wenn auch Sie zu den Menschen gehören, die ihren guten Geschmack noch nicht verloren haben und anstelle von degeneriertem "Einheitsbrei", versetzt mit massenweise Zusatzstoffen und Geschmacksverstärkern, belastetet mit Pestiziden und Medikamentenrückständen, im übelsten Fall auch noch auf genmanipulierter Basis oder entstanden aus tierquälerischer Massentierhaltung, lieber hochwertige Speisen und Getränke aus umweltschonender, traditioneller und naturbelassener Produktion und fairen Handelsbedingungen genießen möchten, finden Sie hier entsprechende Anregungen und Tipps für echte Geschmackserlebnisse, sowie den Weg zu den wirklich ambitionierten und nur bester Qualität verschriebenen Produzenten, Händlern und Gastronomen.

Brauhaus Bönnsch

Brauhaus Das Brauhaus mit dem besonderen Flair in der Bonner Innenstadt. Der Gastraum in dunklem Holzinterieur mit einigen netten Ecken und Nischen, ein Hauch von Irish-Pub, schafft gemütliches Ambiente. Die Sudkessel befinden sich in Sichtweite hinter einer Glasfront. Bei schönen Wetter natürlich auch Außengastronomie in der Fußgängerzone vor dem Lokal Ausgeschenkt wird das im Hause gebraute äußerst süffige obergärige Bier „Bönnsch“ serviert naturtrüb und klar im speziellen „Bönnsch-Glas“. Weiter im Programm der Hausbrauerei ist ein helles Weizen und verschiedene Saison-Biere. Die rustikale Brauhaus-Küche bietet für jeden Geschmack etwas; neben den üblichen Klassikern, wie Haxe, Himmel un Äd, Schnitzel und Hering Hausfrauenart, ist auf der jeweils aktuellen Wochenkarte genügend Abwechslung zu finden, z.B. ein Saltimbocca oder Filetspitzen mit Pfifferlingen. Alles kommt hier reichhaltig, in solider Qualität und geschmacklich überzeugend auf den Tisch. Wer einfach mal wieder „sündigen“ will, dem empfehlen wir die Metzger-Currywurst mit hausgemachten Fritten. Das Servicepersonal ist angenehm unaufgeregt, trotzdem sehr aufmerksam und bedient mit Charme und einer natürlichen Freundlichkeit. Einfach ein Gasthaus, wo Mann/Frau sich rundum wohlfühlen kann.
Die Herstellung von "Bönnsch"
Auch das Bönnsch wird nach dem Reinheitsgebot von 1516 gebraut. Nur Malz, Hopfen, Hefe und Wasser dürfen verwendet werden. Der Brauvorgang beginnt in der Würzpfanne, in der das Malz in 440 Liter Wasser bei einer Temperatur von 62 bis 76 Grad eingerührt wird. Hierbei findet gleichzeitig die Verzuckerung statt, bei der die Maltose gelöst wird. Der Vorgang dauert 2,5 Stunden. Anschließend wird die Maische in den Läuterbottich gepumpt. Dort wird der Extraktgehalt des Malzes gelöst und gleichzeitig abgeläutert. Dieser Prozess nimmt etwa drei Stunden in Anspruch. Die fertige Würze wird danach in die Würzpfanne zurückgepumpt. Die Würze wird auf 800 Liter aufgefüllt und zum Kochem gebracht. Nun wird der Hopfen zugesetzt und mitgekocht. Der Hopfen führt zu einer gewissen Bitterkeit und konserviert die Würze (das Bier) auf natürliche Art. In den folgenden 90 Minuten entsteht auf diese Weise ein Stammwürzegehalt von etwa 12 Prozent. Die ca. 100 Grad heiße Würze wird jetzt durch einen Plattenkühler mit Eiswasser auf 20 Grad heruntergekühlt und in den Angärbottich geleitet. Die gesamte Menge ist nun auf ungefähr 650 Liter reduziert. Im Angärbottich wird obergärige Bierhefe zugefügt, und in den nachfolgenden 24 Stunden findet die Hauptgärung statt. Auf 100 Liter Bier kommt ein Liter Hefe; Alkohol und Kohlensäure entstehen. Nachdem die Hauptgärung vollzogen ist, wird das Bier zur Nachgärung in Lagertanks gepumpt. Dort verbleibt es etwa 10-14 Tage und wird vom Braumeister täglich auf Gärprozess, Stammwürze und Kohlensäuregehalt geprüft. Das Bönnsch hat einen Alkoholgehalt von etwa 4,5 Volumenprzent. Gruppen ab 10 Personen können nach vorheriger Anmeldung eine Hausbrauereiführung erleben.

Trattoria Casa di Modica

Der sizilianische Koch Marco di Modica und seine Kölner Gattin betreiben mit einem versierten Team seit dem 15.06.2010 im Friesenwall die Trattoria „Casa di Modica“. In einem modernen, aber nicht unterkühlten Ambiente, mit Wertschätzung der klassischen Details, wie Stoffservietten, lassen sich hier bei aufmerksamer und freundlicher Bedienung, eine interessante Auswahl italienischer Spezialitäten genießen. Ob Pasta, Antipasti, Fisch oder Fleisch, Di Modica setzt konsequent auf Frische. Hier kommt nichts aus dem „Tütchen“‘ oder dem Gefrierschrank, alle Speisen werden stets frisch zubereitet und appetitlich serviert. Die Gerichte der Abendkarte werden dem Gast auf einer großen Kreidetafel avisiert. Daraus können wir besonders das Lammkaree und die Dorade, jeweils mit diversen Gemüsen und Novelle-Kartoffeln umlegt, empfehlen. Zur Mittagszeit werden 4 wöchentlich wechselnde Menüs angeboten. Die Weinkarte enthält eine Reihe exzellenter Flaschenweine. Aber auch die offenen Weine, aus der Flasche serviert ( 3 Weißweine aus Venetien, Apulien, Sizilien und 3 Rotweine aus der Toskana, Apulien, Sizilien), enttäuschen nicht.

Landcafe Flocke

Neben Landwirtschaft (u.a. große Erdbeerfelder), einer Reitanlage mit Pferdepension, betreibt die Familie Flocke ein Landcafe mit großer Außenterrasse. Eine reichhaltige Auswahl an hausgemachten Torten, Kuchen und Waffelvariationen lassen für Freunde feinen Gebäcks kaum Wünsche offen. Von Mai bis Juli besonders zu empfehlen ist der Erdbeerkuchen mit frischen Erdbeeren von eigenen Feldern. Mittwochs und Sonntags zwischen 9:00 und 11:30 Uhr wird ein reichhaltiges und qualitativ hochwertiges Frühstücksbuffet angeboten. Ab einer Gruppe von 10 Personen und entsprechender Reservierung wird eine Original "Bergische Kaffeetafel" zelebriert. Da die Lokation immer recht gut frequentiert ist, empfiehlt es sich generell einen Tisch zu reservieren.


Printen Schmitz

Seit 1842 besteht das Familienunternehmen „Printen Schmitz“ in der Kölner Breite Straße. In der fünften Generation wird die Traditions-Konditorei nun von Josef  Schmitz geführt. Der Name ist Programm. Printen werden heute noch nach der alten Familienrezeptur hergestellt und ganzjährig in verschiedenen Geschmacksrichtungen angeboten. Außer den Printen gibt es natürlich noch eine Vielzahl weiterer feiner süßer Leckereien aus der eigenen Backstube. Alle Spezialitäten lassen sich natürlich auch in dem gediegen gemütlichen Cafebetrieb genießen. Neben einer kleinen wechselnden Tageskarte laden dort eine Reihe empfehlenswerter Klassiker, wie der hervorragende Apfelpfannkuchen oder Grünkohl mit Wurst, zum Verzehr ein. Als besonderer Wohlfühlfaktor ist das sehr freundliche Servicepersonal zu erwähnen.

Cafe Pascher

Ein Cafe mit über hundertjähriger Tradition, in einer überschaubaren Größe, gemütlich und gediegen im Charme der 1960er-Jahre. Eine große ansprechende Auswahl an leckeren Kuchen und Torten. Besonders zu empfehlen die kleinen köstlichen Versuchungen Petit Fours und Petites Fleurs. Darüber hinaus werden Verschiedene schmackhafte Tellergerichte angeboten. Die Frühstücksvariationen hauen einen allerdings nicht vom Hocker, sind eher Durchschnitt.

Wein Schäfer

Im Februar 2016 kann „Wein Schäfer“ auf ein 14jähriges Bestehen zurückblicken. Vor dem Hintergrund seiner Abstammung aus einer Winzerfamilie und der damit „naturellen“ Verbundenheit zum Wein, sowie seiner Liebe zu gutem Essen, eröffnete Karl-Wilhelm Schäfer am 02.02.2002 in Frechen bei Köln sein Wein- und Delikatessengeschäft. In Zeiten wie diesen sicher ein mutiger Schritt. Doch mit dem Konzept, nicht nur auf einem Bein zu stehen und die Kombination von Essen und Trinken anzubieten, kann er heute rückblickend sagen, dies war die richtige Entscheidung. „Hohe Produktqualität, ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis, sowie fachliche Kompetenz und umfangreicher Service wird vom Kunden immer geschätzt werden“ so die Einstellung von Herrn Schäfer. Deshalb legt er in seinem Geschäft allergrößten Wert auf die Zufriedenheit und das Wohlfühlen seiner Kunden, beginnend bei der Auswahl des Sortiments, über die fachkundige Beratung bis hin zum perfekten Service. Im Weinportfolio sind eine Vielzahl bekannter Namen und Spitzenhäuser aus den verschiedensten Weinregionen, aber auch weniger bekannte gute Einzelwinzer und Winzergenossenschaften vertreten. Vor dem  Hintergrund der Devise „Der beste Wein ist der, der dem Kunden schmeckt“ braucht bei Wein Schäfer kein Kunde Berührungsängste zu haben. Hier findet jeder „seinen“ Wein, sei er nun bereits Kenner oder erst Neueinsteiger bei diesem wunderbaren Thema. „Jeder Kunde hat seinen persönlichen Geschmack. Das Eingehen darauf ist enorm wichtig und wird dankend angenommen, so dass sich unsere Kunden beim Verlassen des Geschäfts bereits auf den nächsten Besuch freuen“ konstatiert Herr Schäfer. Dies betrifft auch die Delikatessen. Hier ist ein reichhaltiges Angebot an Rohmilchkäsen zu finden, welches direkt aus Frankreich importiert wird, ebenso eine reichhaltige Auswahl an Würsten, Schinken, Pasteten, Ölen, Essigen, Kräutern, Saucen, und nicht zuletzt hausgemachte Quiche und Salate. Aber auch Marmeladen und eine Reihe von Süßigkeiten laden zum Verzehren ein. „Wir bieten für alle Genießer etwas. So besuchen uns auch ausgesprochen gerne Paare, bei denen ein Partner sich dem Thema Wein, der andere sich dem Thema Essen oder Kochen widmet“ erzählt uns Herr Schäfer. Um den Kunden Weine und Spezialitäten noch intensiver näher zu bringen, hatte Herr Schäfer die Idee verschiedene Seminare anzubieten, was sich zwischenzeitlich als „Renner“ heraus kristallisierte. Besonders das „Wein-Käse-Seminar“ erfreut sich großer Beliebtheit. Hier erfahren die Teilnehmer interessante Details zu den Produkten und einige nette Anekdoten über Land und Leute der Herkunftsländer. Die Warenpalette umfasst neben einem breiten Weinprogramm, Spirituosen und Champagner, Delikatessen aus unterschiedlichen Ländern, auch in einer appetitlich präsentierten Auswahl in der Frischetheke. Neu aufgenommen wurden feine Lebensmittel aus Mallorca. Generell wird Dienstleistung groß geschrieben. Neben einem Komplettangebot im Bereich Catering und Partyservice, kann auch ein Präsentversand weltweit in Anspruch genommen werden. Im Bistrobereich bietet sich die Gelegenheit frisch zu bereitete Leckereien, wie Huhn Basquaise, Spaghetti Ratatouille oder Paella Valencia bei einem Glas ein zu genießen. Von März bis Oktober werden köstliche Austern-Variationen angeboten. Weitere Einblicke in Sortiment, Veranstaltungen und Service vermittelt der Webauftritt mit angeschlossenem Online-Shop.

Harlinger Hubertushof

Bei einem Besuch auf dem Harlinger Hubertushof des Bauern Jan-Wilhelm in Altharlingersiel stellten wir erfreuerlicherweise fest, dass die dortigen Hühner ein artgerechtes Leben führen dürfen, da sie viel Freifläche auf einer Wiese genießen, was ja in unserer heutigen Zeit wegen der Massentierhaltung leider nicht mehr oft zu sehen ist. Der Hof besitzt Gänse, Esel und andere verschiedene Haustiere. Die Rinder verbringen den Tag auf einer großen Weide. Auf dem Harlinger Hubertushof leben noch ein Eber und eine Sau. Die Sau brachte etwa sieben Ferkel  zur Welt . Die Elternschweine und Ferkel sind in einem Stall untergebracht. Auslauf gibt es für diese Tiere leider nicht. Die Sorge, sie könnten weglaufen, ist in diesem Fall wohl größer als eine artgerechte Haltung. Durch ein eingezäuntes Gehege wäre das „Weglaufproblem“ gelöst. Uns wurde gesagt, dass man Schweine heutzutage nicht mehr ins Freie lässt. Es gibt aber auch Ausnahmen. In Niebüll sahen wir eine riesige Wiesenfläche, auf der die Schweine und Ferkel herumliefen. Auch waren dort Hütten für die Tiere aufgestellt. Ebenfalls kann man bei den Hermannsdorfer Werkstätten und im Sauerland bei Bauer Korte sehen, dass Schweinehaltung mit Auslauf ins Freie kein Problem darstellt. Der Hubertushof schlachtet und verarbeitet seine Tiere noch selbst. Allerdings nicht auf diesem Hof. Die Tiere werden durch Strom betäubt. Anschließend wird der Hals durchtrennt. Durch Muskelkontraktionen wird das Blut aus dem Körper befördert.  Diese Kontraktionen entstehen eigentlich nur, wenn das Herz noch schlägt, was bedeutet, dass die Tiere noch leben. Bleibt stockendes Blut im Körper zurück, leidet die Qualität des Fleisches. Es wird zäh und nicht wirklich genießbar. Bei Turboschlachtungen in großen Schlachthöfen kommt es leider viel zu oft vor, dass die Tiere bei vollem Bewusstsein geschlachtet werden. Soviel zum Thema  Massentierhaltung. In Heike`s Hofladen, der zu diesem Bauernhof gehört, können Produkte aus eigener Herstellung erworben werden. Darunter auch Obst, Gemüse und Getreideerzeugnisse aus eigenem Anbau. Besonders zu empfehlen ist der leckere Ziegenkäse von Dine’s Ziegenhof.

Dine’s Ziegenhof

Berhardine Uphoff betreibt mit Ihrem Ehemann in Osteel einen Ziegenhof. Die dort lebenden Ziegen verschiedener Rassen haben je nach Wetterverhältnissen Freigang auf großen Wiesenflächen. Der Stall ist geräumig und bietet den Ziegen genug Platz. Auf dem Hof hält Familie Uphoff auch einige Hühner. Das aus Asien stammende Brahma-Huhn lebt ebenfalls dort. Auch Gänse und Kaninchen sind auf dem Hof zu Hause. Alle Tiere leben artgerecht mit viel Platz, Freilauf und werden liebevoll behandelt. Diese Nutztieridylle ist einfach schön! Angefangen hat Frau Uphoff vor 18 Jahren mit einer Ziege. Mit der Zeit wurden es immer mehr. Sie stellt selbst Produkte aus unpasteurisierter 100 % Ziegenrohmilch her. Sei es bekömmlicher Käse in diversen Geschmacksrichtungen, z.B. Bärlauch und Kräuter (von der Kräuterhexe gesammelt) oder auch  leckerer Ziegenfrischkäse. Leberwurst und Schinken von der Ziege wird ebenfalls verkauft. Natürlich auch aus eigener Herstellung. Frau Uphoff ist mit Ihrem Ziegenhof derart bekannt geworden, dass auch schon Fernsehteams von RTL und NDR vor Ort waren. Es ist wirklich wunderbar, dass es noch Menschen gibt, die Tiere als fühlende Lebewesen sehen und nicht nur als Produkt betrachten. Wir würden uns noch viele Nachahmer wünschen, die in diese Richtung gehen.